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  • AutorenbildAndreas Notter

Mit besserer Kommunikation zu mehr Schulraum

Aktualisiert: 7. Juli 2023

Wieso tun sich viele Schulgemeinden so schwer mit der Schulraumplanung? Oft vergessen die Behörden die Begleitkommunikation.

Schulraum wird in den meisten Thurgauer Gemeinden zum knappen Gut. (Bild: Reto Martin)


In der Ostschweiz – und besonders im Thurgau – wachsen die Schülerzahlen. Der Thurgau steht sogar schweizweit an der Spitze. Das Bundesamt für Statistik rechnet hier im Extremfall mit über 20 Prozent zusätzlichen Schulkindern bis 2031. Fast alle Gemeinden brauchen mehr Schulraum. Dabei fällt auf, dass die Behörden mit den gleichen Herausforderungen kämpfen:

  • Für viele Stimmbürger/innen ist nicht nachvollziehbar, dass ein Wachstum der Schülerzahlen Auswirkungen hat auf den Raumbedarf («früher hatte man auch grössere Klassen, brauchte man auch keine Gruppenräume» etc.).

  • Schulraumentwicklung wird insbesondere aus der Kostenbrille betrachtet, weniger aus Sicht der Bedürfnisse der Schüler/innen oder der Lehrpersonen.

  • Für viele ist nicht nachvollziehbar, dass der Lehrplan 21 und die integrative Beschulung Auswirkungen haben auf die Schulinfrastruktur.

  • Der volkswirtschaftliche Nutzen der öffentlichen Schule wird von vielen nicht mehr anerkannt. Schule soll funktionieren, aber bitte nicht viel kosten.

  • Planungskredite werden dadurch kritisch hinterfragt und z.T. abgelehnt, Projekte verzögert oder sistiert.

Dies führt dazu, dass die Schulgemeinden Provisorien erstellen müssen, die dann über Jahre stehenbleiben. Dabei sind Provisorien teuer, vernichten langfristig Eigenkapital, sind unattraktiv für Schüler/innen und Lehrpersonal und erfüllen nicht vollumfänglich ihren Zweck.


Die zunehmend ablehnende Haltung der Stimmberechtigten führt vielerorts zu Frustrationen. Behördenmitglieder werden angefeindet, ihre Arbeit hinterfragt, Vakanzen bleiben unbesetzt. Für Lehrpersonen werden Schulgemeinden unattraktiv, wenn der Arbeitsplatz ein Provisorium ist.


Wie können Schulbehörden verhindern, dass Kreditvorlagen für Schulerweiterungen im politischen Prozess scheitern?


Viele Behörden unterschätzen die Bedeutung einer strategisch geplanten Begleitkommunikation, und zwar schon ab der ersten Projektsitzung. Die Überlegungen und Argumente von Planungsgruppen und Baukommissionen müssen für alle nachvollziehbar und verständlich sein. Der partizipative Einbezug der Bürgerinnen und Bürger sollte in jeder Gemeinde zum Repertoire des politischen Prozesses und der Kommunikationsmassnahmen gehören.


Die beste Bau- und Finanzplanung hat keinen Wert, wenn sie für die Stimmberechtigten nicht nachvollziehbar ist und bei der Abstimmung scheitert.


Wenn sich anstelle einer transparenten und kontinuierlichen Kommunikation Gerüchte breit machen, wird die Meinungsbildung zum Hochseilakt.


Notter & Notter hat viel Erfahrung in der Kommunikationsarbeit von Schulraumplanungen. Wir entwickeln für Sie eine auf Ihre Schulgemeinde zugeschnittene Kommunikationsstrategie und begleiten Sie auf dem Weg zum Abstimmungserfolg.

96 Ansichten2 Kommentare

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2 Comments


emil.annen
emil.annen
Jun 30, 2023

Ja, früher waren die Klassen grösser und Ohrfeigen haben damals auch nicht geschadet und die Wirtschaft hat auch einfacher funktioniert und damals wusste man noch, was arbeiten heisst. Nur, dass die Kinder heute auf eine völlig andere Zukunft vorbereitet werden müssen, völlig andere Kompetenzen entwickeln und anderen, vielfältigeren und meist höheren Anforderungen gerecht werden müssen, ist vielen nicht bewusst. Wie auch, wenn die Schulgemeinden über ihre Arbeit nur mit den Eltern, aber nicht mit der gesamten Bevölkerung kommunizieren? Es geht dabei nicht nur um Schulraum, sondern um die neue Schularbeit der Lehrerinnen und Lehrer und damit letztlich wieder um Schulraum.

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andreas
Jul 07, 2023
Replying to

Absolut einverstanden, lieber Emil. "Bildungspolitik soll endlich als Infrastrukturpolitik verstanden werden", schrieb kürzlich die NZZ. "Verstanden werden" kann aber nur, wenn die Behörden auch verständlich und aktiv informieren. Und zwar nicht nur die Behörden der betroffenen Schulgemeinden, sondern insbesondere auch unsere Bildungsdirektorinnen und -direktoren. Da herrscht allenthalben grosses Schweigen.

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